Poesie

Wesen aus Licht,

feinsinnig und zart,

Wesen aus Licht,

von vornehmer Art.

Leuchtende Fäden gewebt,

zum Himmel geschwebt,

durchsichtig fast,

schwebst ohne Hast.

Wesen aus Licht,

Leben heißt Verzicht,

je weniger wir meinen,

umso heller wir scheinen.

Wesen aus Licht,

Lügen kennst du nicht,

Wesen aus Licht,

Wahres nie zerbricht.

Sehnsucht spüren,

die Ewigkeit verführen,

aussöhnen mit der Welt,

verzichten auf Ruhm und Geld.

Wesen aus Licht,

Großmut und Weitsicht,

Wesen aus Licht,

Wahrheit aus dir spricht.

Trau der Stimme in dir,

nimm meine Hand, geh mit mir,

vergiss dein selbstsüchtiges Denken,

lass uns Freundschaft und Liebe verschenken.

Ins Blaue hinein

Zaubervogel,

flieg!

Flieg ins Blaue hinein –

mit himmlischen Schwingen

und silbernem Schein.

Hörst du die Erde singen?

Zaubervogel,

dein Geist ist schwerelos,

spiel doch mit Sternen,

Seelenruhe im Schoß,

du kennst die Fernen.

Zaubervogel,

bist jedem zugeneigt,

Glückseligkeit auf deiner Fährte;

alles Leben ist verzweigt,

was uns der Augenblick lehrte.

Zaubervogel,

nimm uns mit auf die Reise

in das Wunder der Gegenwart,

sing uns deine Weise,

wohlwollend und zart.

Ich mag die Bescheidenheit

Durch die schwarze Brille sehen müssen,

das ist der Trend der Zeit,

ich aber möcht mein Schicksal küssen,

mache meine Seele weit.

Auch wenn man bisweilen kraftlos,

das Herz sein Schlagen mal vergisst,

legt man die Hände nicht in den Schoß,

weil der Pessimismus die Fahne hisst.

Ich mag die Bescheidenheit, das Absichtslose,

das sich der Seele wie ein Wunder naht,

es ist in Wirklichkeit das Große

auf des Lebens stillem Pfad.

Das kleine Glück

Sterne,

die am Himmel blitzen,

Feen,

die über Dächer flitzen,

Sonnenstrahlen

liebkosen  Baumkronen,

seine Träume zu leben

kann lohnen.

Einen Ausflug

ans Meer machen,

das Tragen von bunten Sachen,

dem Freund

eine Umarmung schenken,

an die Vögel

im Winter denken;

der Tochter

eine lustige Karte schreiben –

und mal wieder

so richtig Unfug treiben.

Am Strand

Muscheln und Federn suchen,

sich einen Kurzurlaub buchen,

glitzernde Steine

vom Boden aufheben –

das kleine Glück

schenkt  Freude am Leben.

Hochzeit feiern

Zwei Kirschbäume feiern Hochzeit,

jeder trägt ein duftig Blütenkleid;

lange schon standen sie Stamm an Stamm,

aber irgendwann

fassten sie sich an den Zweigen

und tanzten einen Elfenreigen.

Nun haben sie es sich eingestanden –

einer kann beim anderen landen;

deshalb wachsen sie jetzt zueinander hin,

auch der Besuch der Hummel macht Sinn,

die freudig die Blüten bestäubt

und die zwei Bäume erfreut,

denn nun ist die Natur erwacht –

es grünt und blüht in voller Pracht.

Einen Augenblick

sich besinnen,

zu den Blumen setzen,

die längst verblüht –

und doch so wundervoll sind.

Einen Augenblick

in sich gehen,

sich zurückziehen,

damit Stille einkehren kann

in der Seele.

Einen Augenblick

alle viere von sich strecken,

ausspannen,

sich einfach hängen lassen,

niemandem etwas beweisen müssen.

Einen Augenblick

den Mond ins Visier nehmen,

eins werden mit ihm,

durch ihn heimfinden

zum Herzen.

Einen Augenblick

auf die Bienen hören,

die in den Kätzchen summen –

mit vollem Pollenhöschen,

berauscht und frühlingstrunken.

Einen Augenblick

den Raben im Flug beobachten,

er kann fliegen,

wohin er möchte,

er ist frei.

Einen Augenblick

geknickt sein, krumm,

um sich dann wieder aufzurichten.

Kopf hoch,

bei jedem weiteren Schritt.

Einen Augenblick

an Vergangenes denken,

Enttäuschungen abtun,

Misserfolge loslassen –

und lächeln.

Einen Augenblick

sich häuten,

Verbrauchtes abstreifen

aus alter Zeit,

damit etwas Neues entstehe.

Eiland-Poesie

Boote tanzen am Landungssteg,

bunte Fahnen am Fahrradweg,

aufgewühlte, blaugrüne Gischt,

eine Möwe, die am Ufer fischt,

am Hafen drängen sich Touristen,

Schiffscontainer mit vielen Kisten,

der Wind fängt sich im Haar,

Inselurlaub –

wunderbar!

Einmal um das Eiland fahren,

nicht an Bewunderung sparen,

mit den Gezeiten gut Freund sein,

Inselurlaub –

mal zu zweien, mal allein,

zwischendurch über Dünen wandern,

Schilfgräser – eines am anderen,

barfuß über Strände laufen,

sich ein Pistazieneis kaufen,

Fischerboote, Leuchtraketen,

Wellen beherzt entgegentreten,

mit aller Kraft gegen den Wind stemmen,

kein Sturmgebraus kann hemmen.

Im Gegenteil,

es gilt im Regen zu tanzen –

und das Glück ins Herz zu pflanzen.

Für Augenblicke geborgen

Das Herz in der Hand,

tiefe Seelenverbindung,

schützendes Band,

ein Rhythmus, eine Emotion,

für Augenblicke geborgen,

Vertrautheit zum Lohn.

Wer liebt,

wird keinen Mangel leiden –

und alles achten,

was kreucht und fleucht

auf Wiesen und Weiden.

Seitenverkehrt –

diametral,

und trotzdem gute Freunde,

schauen wachsam,

wer naht.

Das Leben,

ein Spagat,

ein großes Ach und Wehe,

aber,

wenn ich zu dir stehe,

Zwiegespräche mit dir führe,

ich am Ende doch

die Einheit mit dir spüre.

Abendstunde

Als wir uns am stillen Wege trafen,

da hast du mich an der Hand gefasst,

es war fast dunkel, die Natur ging schlafen,

so wären wir gewandert – ohne Hast.

Ein Traktor brummt zur Abendstunde,

sein Licht verliert sich in der Weite,

er zieht vielleicht die letzte Runde,

mein Herz ist ganz an deiner Seite.

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